Chronik – Feuerwehr

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Hengsberg

Mit Genehmigung der Vereinssatzungen seitens der k. u. k  Statthalterei in Graz vom 2. März 1905, Zl. 5463 wird „die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr zu Hengsberg offiziell anerkannt und diese hat von diesem Tage an zu Recht Bestand.“

(Abschrift aus dem Originaldokument)

 

Die Aufnahme in den steirischen Landesfeuerwehrverband erfolgt nach Zahlung einer Eintrittsgebühr von 20 Kronen am 15. September 1905.

 

Sofort nach der Gründung gehen die Wehrmänner daran, die Finanzierung für die neue Spritze zu sichern. Unter anderem bekommen sie z.B.:

 

Von Seiner Majestät Kaiser Franz Josef I             150 Kronen

Sammlung bei „Insassen des Ortes“                     300 Kronen

Bewilligung des Landesfeuerwehrverbandes         612 Kronen

 

Laut Protokoll vom 1. Juni 1905 überlassen die Ortsbewohner von Hengsberg, der Feuerwehr auf ihr Ansuchen ein entsprechendes Grundstück zur Erbauung eines Spritzenhauses. Bereits im August wird das Haus mit Turm erbaut. Die bei der Fa. Kornreuther in Wien bestellte Spritze um 1.225 Kronen wird nach Einlangen am 19. November 1905 in den Dienst gestellt.

 

1915: Durch die Kriegsereignisse sinkt die Mitgliederzahl auf acht Mann.

Am 23. Jänner 1916 wird ein Trauergottesdienst der Feuerwehr für ihre als Soldaten an der Front gefallenen Mitglieder abgehalten. Als Hauptmann fungierte der 1914 gewählte Pfarrer Michel Niederl, der später, 1919 zum Bezirksfeuerwehrkommandanten gewählt wurde.

 

Ebenfalls 1919 wurde durch die Generalversammlung beschlossen, die Versammlung am 6. Jänner jeden Jahres durchzuführen. Dieser Termin, für die Wehrversammlung, wurde bis heute nicht verändert!

 

Zum 20 jährigen Gründungsfest 1925 wurde eine 8 m lange Schiebeleiter angekauft, 1928 zählte die Wehr einen Mannschaftsstand von 40 Mann und 50 unterstützenden Mitgliedern.

Am 25. August 1929 erfolge die Weihe einer neuen Motorspritze mit 20 PS der Marke „Knaust“, samt dazugehörigen Anhänger.

1930 gab es auch schon eine Wirtschaftskrise, deswegen gab es keinen Feuerwehrball und auch keine Christbaumfeier.

 

1938: Die Wehrleitung wird nach der Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich abgesetzt. Es wird mit der kommissarischen Wehrleitung der bisherige Kommandantstellvertreter Karl Schuchlenz beauftragt. Der Hauptmann wird zum Wehrführer. 12 Mann werden entlassen, 6 treten freiwillig aus. 1942 ist die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr durch die Voll-Mobilisierung nicht mehr gegeben. Selbsthilfe wird angeordnet. Danach werden Mädchen und Frauen zum Feuerwehrdienst ausgebildet. Nach Kriegsende gibt es Versuche, das Feuerwehrwesen wieder zu aktivieren. Heimkehrer stellen sich wieder in den Dienst der Feuerwehr. 1946 zählt der Mannschaftsstand bereits wieder 22 Mann.

 

1948 wird das erste Feuerwehrauto aus Beständen der ehemaligen Deutschen Wehrmacht angekauft.

 

1951 wird eine neue Sirene gekauft und auf dem Dach des Gasthauses Schuchlenz angebracht.

Für die Auslösung des Probealarms wöchentlich anfangs am Sonntag, später Samstags um 12:00 Uhr, sorgte 22 Jahre lang pünktlich LM Thomann Anton Senior.

1960 am 26. Juni wird das neue Rüstauto, ein Ford FK1000, in den Dienst gestellt. 3 Jahre zuvor, 1957, eine neue Motorspritze, Rosenbauer mit VW-Motor inkl. Anhänger. Trotz der Entlastung durch den Ford blieb die Pumpe bis 2005 im Einsatz.

 

1965 nimmt eine Wettkampfgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Hengsberg zum ersten Mal an einem Bewerb teil. Bei diesem Bewerb erreichte die Gruppe den 3. Platz. 1967 wurde unter anderem Anton Thomann jun. (heute EABI der FF und Bereichsverband) zum Brandmeister gewählt. Die Wettkampfgruppe nimmt am Landesleistungsbewerb teil und erreicht den 5. Platz. Bis 1969 sollten weitere und bessere Erfolge folgen.

Vom 1. Bis 7. Juli 69 fanden die „4. Internationalen Feuerwehrwettkämpfe“ in Krems in NÖ statt. 107 Gruppen aus 14 Nationen nahmen daran teil. Durch die ausgezeichneten Leistungen hatte sich die Wettkampfgruppe aus Hengsberg dafür qualifiziert, die Steiermark und Österreich dabei zu vertreten.

Eben unter der Leitung des Brandmeister Anton Thomann gelang die Sensation:

Die Gruppe vollbringt die „Jahrhundertleistung“, erringt den Sieg und damit die Goldmedaille für Österreich! Bisher hat keine Steirische Mannschaft mehr einen Sieg bei internationalen Wettkämpfen erreichen können.

Einen Bericht und Bilder dazu gibt es gesondert auf dieser Homepage.

 

Am 18. September 1969 erfolgt der Spatenstich zum Bau des neuen Rüsthaus. Die Fertigstellung erfolgte 1972. Ohne die tausend Handarbeitsstunden der Mitglieder kostete der Bau damals rund 420.000 Schilling. HLM Franz Froschauer sen. hatte dabei die Baukoordination und Bauaufsicht.

 

Zum 70jährigen Bestehen 1975 wurde ein TLF 2000 in „Trupp-Ausführung“ angeschafft. Neben Wildon, Lebring und Preding war dieses Fahrzeug in 10 Km umkreis das einzige in dieser Ausführung. Zum Vergleich des Rüsthauses beliefen sich die Anschaffungskosten auf 880.000,– Schilling! 1977 wurde dieses Fahrzeug 404 Mal zur Trink und Nutzwasserversorgung eingesetzt.

 

1979: Hengsberg wird Strahlenschutzstützpunkt und bekommt einen Ford Transit mit der notwendigen Strahlenschutzausrüstung.

Die Wettkampfgruppe qualifizierte sich abermals für den Bundesbewerb 1983, 86 erfolgte ein Zubau zum Rüsthaus.

1993 erfolgte der Unterricht für die 3 Klasse der VS im Schulungsraum der FF, da die Schule saniert wurde.

 

1995 wird nach 20 Jahren das „alte“ TFL gegen einen Steyr 13S26 Allrad der Fa. Lohr getauscht. Kosten diesmal: 2,9 Mio. Schilling! Dieses Fahrzeug versieht heute noch seinen Dienst und gehört neben liebevoller Pflege noch lange nicht zum „alten Eisen“.

 

Neuerliche Qualifizierung 1998 zum Bundesbewerb in Eisenstadt.

 

2000: Um 571.000,– Schilling wird ein neues Mannschaftstransportfahrzeug gekauft. Das Fahrzeug der Marke VW versieht ebenfalls heute noch Dienst in der Wehr.

Nach „nur“ 48 Jahren wird auch die Pumpe 2005 erneuert und anlässlich der 100 Jahr-Feier am 20. U. 21. August offiziell in Betrieb genommen. Die TS12 wird bei Bedarf an das MTF gekuppelt und so zum Einsatz gebracht.

 

2012: Über den Winter auf 2013 wurden im Rüsthaus durch den Kommandanten und zahlreichen Helfern umfangreiche Sanierungsarbeiten in Eigenregie durchgeführt. Aus Mitteln der Wehr und der Gemeinde wurde die Heizung auf den MTF Abstellraum erweitert, der Schulungsraum generalüberholt und endlich die neuen Spinde für die Mannschaft angekauft.

 

2013 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Hengsberg durch die großzügige Spende der Schmiede Tomberger eine eigene Trainingsbahn für die Feuerwehrjugend. Vielleicht der Grundstein, wieder einmal bei einem internationalen Wettkampf als Teilnehmer dabei zu sein.

 

Die Kommandanten im Überblick:

 

1905-1913      Karl Schuchlenz sen.

1913-1938      Michael Niederl

1938-1940      Karl Schuchlenz jun.

1940-1946      Franz Beuchler sen.

1946-1973      Karl Schuchlenz jun.

1973-1992      Anton Thomann

1992-2007      Franz Froschauer

2007-2012      Harald Winkler

2012-2014      Franz Froschauer

2014-lfd. Helmut Zink

Galerie:

Quellenverzeichnis:

Festschrift 2005, Originalaufzeichnungen (Archiv)